TDer Standort ist von immenser Bedeutung für die Entwicklung und den Erfolg einesUnternehmens.

Oft entscheidet er über den Erfolg oder Misserfolg eines Betriebes. Demnachist die Sorgfältige Standortwahl, gerade bei der Gründung, aber auch bei Betriebsverlagerungenoder einer Expansion enorm wichtig, denn ein Vorteil im Bezug auf die betriebliche Lage kanneinem einen großen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz gewähren. Deshalb sollte manvorher eine Standortanalyse durchführen, deren Aufgabe es ist, unter alle den zur Verfügungstehenden Standorten den zu finden, der die Anforderungen des Unternehmens am bestenerfüllt. Gerade für Hotels gilt das. Mit diesen werde ich mich im dritten Teil genauer befassenund aufzeigen, welche konkreten Faktoren in Bezug auf den Standort den Erfolg eines Hotelsbeeinflussen und das an einem konkreten Beispiel, dem Acom Hotel Nürnberg, in dem ich denersten Teil der fachpraktischen Ausbildung absolviert habe, erklären.

2. Die Standortanalyse2.1 Der Begriff Standort und die Bedeutung des StandortsErst einmal muss die Frage geklärt werden, was der Begriff Standort bedeutet. Unter demStandort eines Unternehmens versteht man den geografischen Ort, an dem dieses seineProduktionsfaktoren einsetzt.

1 Hierbei unterscheidet man aber noch zwischen deminnerbetrieblichen und dem außerbetrieblichen Standort. Mit ersterem bezeichnet man denStandort von einzelnen Anlagen oder Gebäuden innerhalb eines großen Betriebsareals. Jedochwird bei dem betrieblichen Standort normalerweise von dem außerbetrieblichen Standortgesprochen. Dieser zeigt auf, wo sich das ganze Unternehmen oder bei größeren Unternehmeneigenständige Teilbereiche befinden. Eigenständigen Teilbereiche sind das Ergebnis vonStandortspaltungen, welche meistens aus Kosteneinsparungsgründen passieren.

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Als Sitz desBetriebes wird hier häufig der Ort gewählt, an dem gute Verbindungen zu Geschäftspartnernund Behörden bestehen. Wo die besten Bedingungen für die Leistungserstellung gegeben sind,werden dann Produktionsstätten angesiedelt. Hierbei wird sich, wie schon vorher erwähnt,1 vgl. Thommen, Allgemeine BetriebswirtschaftslehreTahna Nathanael Dötsch, W11bSeite 3 von 7hauptsächlich an den Herstellungskosten bei Produktionsstätten und an den Erlösen undVertriebskosten bei den Vertriebstellen, orientiert. 22.2 Die StandortwahlDie Standortwahl teilt sich in zwei Faktoren auf. Der erste ist das Umfeld. Dies ist ein größeresGebiet, wie eine bestimmte Region (Zum Beispiel die Alpen) oder ein bestimmtes Land (ZumBeispiel Österreich).

Der zweite Faktor ist der eigentliche Betriebsort, also das Grundstück mitden Betriebsräumen. Ein Unternehmen entscheidet sich in der Regel für den Standort, der dengrößten wirtschaftlichen Nutzen verschafft. Außerdem ist zum Beispiel zu überlegen, ob nachdem Minimalprinzip agiert werden soll in dem man eine bestimmte Kundenanzahl für dieniedrigsten Kosten erreichen will, oder ob man nach dem Maximalprinzip handeln möchte undso viele Kunden wie möglich für eine bestimmte Menge an Kosten erreichen will. Es ist zuerkennen, dass die Wahl des Standortes sehr wichtig für ein Unternehmen ist, da vieleAusgaben, wie zum Beispiel bei der Gebäudemiete, reduziert werden können. Jedoch mussbeachtet werden, dass eine zentrale Lage und Kundennähe auch von enormen Vorteil für dieEinnahmen sein kann und deshalb nicht zu vernachlässigen ist.

Im Idealfall sollte ein guterMittelweg gefunden werden.2.3 StandortfaktorenStandortfaktoren sind Faktoren, die die Wahl des Standorts maßgeblich beeinflussen. 3Standortfaktoren werden grundsätzlich in zwei Gruppen kategorisiert. Die Einteilung erfolgtzum einen in „weiche” und zum anderen in „harte” Faktoren.

Hier ist jedoch zu beachten, dassdiese Einteilung branchenspezifisch beurteilt wird. Zum Beispiel ist das Kulturangebot einerStadt für viele Unternehmen ein weicher Faktor, wird aber für ein Hotel in den meisten Fälleneinen harten Faktor darstellen. Das heißt für weiche als auch harte Standortfaktoren, dass sienicht unabhängig und separat voneinander bewertet und betrachtet können. Deshalb sindStandortfaktoren dynamisch zu sehen, da sich die Bedeutung von vielen dieser Faktoreninnerhalb eines Zeitraums verändern kann.

2 vgl. Jung, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre3 vgl. www.kas.

zum.deTahna Nathanael Dötsch, W11bSeite 4 von 72.3.1 Harte StandortfaktorenHarte Standortfaktoren sind gut messbare Faktoren eines Standortes und dessen Umfeld. 3Außerdem lassen sie sich unmittelbar in Nutzen-Kosten-Analysen bestimmen. Diese habeneinen hohen Einfluss auf die Niederlassung eines Unternehmens.

Beispielsweiße sind solcheFaktoren das Flächenangebot (Grundstückspreis, Grundstücksgröße), die ÖffentlicheInfrastruktur (Wasser, Schiene, Straße), der Arbeitsmarkt (quantitativ und qualitativ) undFörderangebote, wie zum Beispiel Subventionen oder Steuerbefreiungen.2.3.2 Weiche StandortfaktorenUnter den weichen Standortfaktoren versteht man die nur schwer messbaren Faktoren 3. Siekönnen meistens nicht in der betrieblichen Kostenrechnung aufgeführt werden. WeicheFaktoren unterliegen in der Regel Subjektiven Eindrücken und liegen nicht im Bereich derObjektiven Einschätzung.

Trotzdem sind sie von hoher Bedeutung für dieNiederlassungsentscheidungen von Unternehmen. Diese werden erneut in zwei Kategorienunterteilt. Zum einen die unternehmensbezogenen Faktoren.

Das sind Faktoren, die für dieWettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens große Relevanz haben. Hierzu zählen zumBeispiel das Image der Stadt oder das Wirtschaftsklima in dieser. Die zweite Kategorie vonweichen Standortfaktoren sind die personenbezogenen Faktoren. Sie sind zwarmöglicherweise nicht für das Unternehmen direkt relevant, sie sind aber vor allem für dieLebensqualität der Mitarbeiter von Bedeutung und beruhen meistens auf deren Präferenzen.

Das sind zum Beispiel das Freizeitangebot, die soziale Infrastruktur und die Qualität vonAusbildungsstätten und Schulen. Weiche Standortfaktoren erlangen bei der Wahl desStandorts jedoch zunehmend an Bedeutung. Denn da die harten Standortfaktoren in Europafast überall ausreichen vorhanden sind, konzentrieren sich Unternehmen eher auf diese.

2.4 NutzwertanalyseBei der Nutzwertanalyse im Rahmen der Standortanalyse, welche einPunktbewertungsverfahren ist, werden alle für das Unternehmen relevante Standortfaktorenaufgelistet und nach ihrer Bedeutung für das Unternehmen gewichtet und bewertet. 1Zunächst werden die für das Unternehmen relevanten Standortfaktoren in einer Auflistungfestgehalten, dann erfolgt eine Gewichtung der Faktoren in Bezug auf die Bedeutung für dasUnternehmen. Danach erfolgt die Bewertung der standortfaktorennach einer bestimmtenPunkteskala, zum Beispiel ein bis neun Punkte. Im nächsten Schritt werden die Punkte mit Tahna Nathanael Dötsch, W11bSeite 5 von 7den Gewichtungen multipliziert und zu sogenannten Teilnutzwerten zusammengefasst. DieSumme aller Teilnutzwerte ergibt dann den Gesamtnutzen des jeweiligen Ortes. Im Vergleichmit allen anderen Standorten, die dem Unternehmen zur Auswahl zur Verfügung stehen, stelltsich jener als der Vorteilhafteste heraus, der bei dem Gesamtnutzen die höchste Punktzahl hat.

3.0 Die Standortwahl in der Hotellerie3.1 Allgemeine Standortanalyse in der HotellerieFür kaum eine Branche ist der Standort so wichtig, wie für die Hotellerie. Besonders ist dasUmfeld bei der Standortwahl zu beachten. Hier muss man zum Beispiel entscheiden, ob maneher Touristen oder Geschäftsreisende als Zielgruppe ansprechen will. Sollen Touristenangesprochen werden, so ist es ratsam ein Umfeld mit Touristenattraktionen auszuwählen, wiezum Beispiel die Ostseeküste oder die Alpen. Zielt man jedoch auf Geschäftsreisende ab, somacht es mehr Sinn sich in der Nähe von Messezentren oder gebieten mit vielen Büro- undGewerbegebäuden niederzulassen.

Auch gibt es viele Standortfaktoren, die hier von großerBedeutung sind, wie zum Beispiel die öffentliche Infrastruktur. Nicht selten sieht man geradean Bahnhöfen, Flughäfen, in der Stadtmitte oder in der nähe von Hauptstraßen und wichtigenVerkehrsachsen viele Hotels. Dies hat den einfachen Grund, dass leicht erreichbare Hotels, vondenen aber auch der Grund der Reise leicht zu erreichen ist, von den Gästen stark bevorzugtwerden.

Auch Parkmöglichkeiten sind von großer Bedeutung, wenn nicht geplant wird mit demHotel eine Tiefgarage oder einen Parkplatz zu errichten. Zusätzlich ist das Image der Umgebungwichtig, sie soll auf den Gast Freundlich und Einladend wirken. Es gibt noch viele weitereStandortfaktoren, die von Bedeutung sein können, jedoch kommt dies immer auf den Einzelfallan.

So muss zum Beispiel beachtet werde, ob das Hotel ein Mittag- und Abendessen anbietetoder nicht.3.2 Notwendige Standortfaktoren für die AcomhotelsDie A.S. Hotelbeteiligungs GmbH, der die Marke Acomhotels gehört, sieht in den Standörternihrer Häuser eine Art Wiedererkennungswert für die Marke. Deshalb hat die Gesellschaft auchhohe Ansprüche an zukünftige Standorte. Bei den Acomhotels ist es eine Bedingung, dass dieStadt, in der ein neues Hotel der Marke eröffnet werden soll in den letzten 5 Jahren mindestens Tahna Nathanael Dötsch, W11bSeite 6 von 7100.

000 Übernachtungen in Hotels pro Jahr und eine Bettenauslastung von mindestens 35%erzielt hat. Außerdem muss der Standort hauptsächlich für Geschäftsreißende ausgelegt seinund falls es sich um ein schon vorhandenes Haus handelt, muss dieses zum Konzept derHotelkette passen. Zusätzlich muss sich die Miete oder der Kaufpreis in einem angemessenenRahmen befinden.

Auch bei der Infrastruktur müssen bestimmte Gegebenheiten verfügbar sein.So muss der Standort an einer Hauptstraße liegen und darf nicht mehr als 500 Meter von einerHaltestelle des Öffentlichen Nahverkehrs entfernt sein. Außerdem müssen genügenParkmöglichkeiten, entweder auf dem Grundstück, oder in unmittelbarer Umgebung vorhandensein. 43.3 Entscheidende Standortfaktoren für die Standortwahl des Acom Hotel NürnbergDen Leipziger Platz 22 als Standort für das Acom Hotel Nürnberg zu wählen, hatte den Grund,dass dieser Ort alle Voraussetzungen der A. S. Hotelbeteiligungs GmbH für Standorte vonAcom Hotels erfüllt.

So liegt er direkt an einer der größten Hauptstraßen in Nürnberg, derÄußeren Bayreuther Straße. Durch sie ist sowohl das Stadtzentrum, als auch der Flughafen inwenigen Minuten mit dem Auto zu erreichen. Auch sind auf dem Grundstück ein großerhoteleigener Parkplatz sowie eine Tiefgarage zu finden. Insgesamt verfügt das Hotel über mehrals 300 Parkplätze. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass der Nordostbahnhof direkter Nachbarist. Hier hat man mit nur zwei Minuten Fußweg Zugang zur Bahnverbindung nach Gräfenberg,zu insgesamt 5 Buslinien, von denen zwei nach Nürnberg-Röthenbach an das andere Ende derStadt fahren, einer direkt in die Innenstadt zum Heilig-Geist-Spital, sowie zu einemKrankenhaus und nach Erlangen.

Außerdem hält dort die U-Bahn, welche einen entwedernördlich in Richtung Flughafen, oder in Richtung Innenstadt mit Endhaltestelle Röthenbachbringt. Auch ein wichtiger Punkt ist, dass sich rund um den Nordostbahnhof und vor allemweiter nordöstlich viele Büro- und Gewerbegebäude befinden und man mit der U-Bahn bequemund schnell zur Nürnberger Messe kommt. Das macht das Hotel für Geschäftsreisende sehrattraktiv. Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Punkt ist, dass sich in fußläufiger Entfernungviele Restaurants befinden, was von Vorteil ist, da das Acom Hotel nur bedingt an der BarMittag- und Abendessen anbietet. Es ist zu erkennen, dass der Standort am Leipziger Platz alledie der Eigentümer geforderten Voraussetzungen perfekt erfüllt und deshalb perfekt für einHotel geeignet ist.